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Godot 4.6 mit Jolt Physics und einem neuen Editor veröffentlicht

Godot 4.6 erschien am 27. Januar und löste damit die Ankündigungen aus der bereits von uns behandelten Vorschau für das 1. Quartal 2026 ein. Dieses Release zählt zu den funktionsreichsten in der Geschichte der Engine, und die Änderungen sind insbesondere für Webentwickler relevant.

Was enthalten ist

Jolt Physics ist jetzt der Standard. Jedes neue 3D-Projekt in Godot 4.6 verwendet Jolt, dieselbe Physik-Engine, die auch hinter Death Stranding 2 steckt. Jolt ist seit Version 4.4 als experimentelle Option verfügbar, wird mit diesem Release aber zum Standard. Bei Webexporten ist das Leistungsprofil von Jolt deutlich besser als das des alten GodotPhysics-Backends.

Modernes Editor-Theme. Das neue Standard-Theme basiert auf dem bei der Community beliebten Godot Minimal Theme von passivestar und ersetzt die klassische bläuliche Oberfläche. Klare Linien, verbesserte Abstände und eine Graustufenpalette für farbkritische Arbeiten: Diese visuelle Überarbeitung lenkt den Fokus auf den Viewport.

Einheitliches Docking-System. Panels können jetzt frei zwischen den Seiten und dem unteren Bereich verschoben werden, und die meisten Docks unterstützen schwebende Fenster. So lässt sich das Editor-Layout an die eigene Arbeitsweise anpassen.

Überarbeitete Screen Space Reflections. Das SSR-System wurde vollständig neu geschrieben und bietet eine verbesserte Verarbeitung von Rauheit, eine höhere visuelle Stabilität sowie einen Rendering-Modus mit halber Auflösung für bessere Leistung auf eingeschränkter Hardware.

LibGodot. Godot kann jetzt als Bibliothek in andere Anwendungen eingebettet werden. Die anfängliche Unterstützung umfasst Linux, Windows und macOS. Dadurch lässt sich Godot als Rendering- oder Spiellogikschicht in benutzerdefinierten Tools, Launchern oder völlig anderen Anwendungen einsetzen.

Weitere erwähnenswerte Änderungen: eindeutige Node-IDs, die auch nach einer Neuorganisation der Szene erhalten bleiben, Delta-Encoding für kleinere Patch-Updates, drehbare TileMap-Kacheln, Geschwindigkeitssteuerungen im Spiel für Tests und Unterstützung für C++-Tracing-Profiler.

Was das für Webentwickler bedeutet

Godots Webunterstützung hat sich mit jedem Release verbessert, seit Version 4.3 den Single-Thread-Export eingeführt hat. Version 4.6 setzt diese Entwicklung fort. Die bessere Leistung von Jolt macht einen Unterschied, wenn Physikberechnungen im Browser ausgeführt werden. Der SSR-Modus mit halber Auflösung hilft auf mobilen Webgeräten. Und die Einbettungsfunktion von LibGodot könnte es künftig ermöglichen, Godot-Szenen innerhalb bestehender Webanwendungen auszuführen, auch wenn die Webunterstützung für LibGodot noch nicht bestätigt wurde.

Quellen