China genehmigte 2025 insgesamt 1.771 Spiele – so viele wie seit 2018 nicht mehr – und Importe kehrten zurück
Chinas Spieleaufsicht NPPA erteilte 2025 Lizenzen für 1.771 Spiele: 1.676 einheimische Titel und 95 importierte. Das sind rund ein Viertel mehr als die 1.416 Genehmigungen im Jahr 2024 und der höchste Jahreswert seit 2018. Damals erschütterte ein monatelanger Genehmigungsstopp die gesamte Branche und vernichtete Milliarden an Marktwert. Der monatliche Höchststand lag 2025 bei 184 Titeln, wobei allein im August 173 freigegeben wurden.
Warum die Anzahl entscheidend ist
In China darf ein Spiel ohne Lizenznummer, die sogenannte Banhao, nicht legal monetarisiert werden. Wenn sich Genehmigungen verzögern oder ganz ausbleiben, wie 2018 und erneut während der Verschärfungen von 2021 bis 2022, kommt die gesamte einheimische Branche zum Stillstand – unabhängig davon, wie gut die Spiele sind. Die Lizenzvergabe ist das zentrale Ventil, und ihre Unberechenbarkeit war jahrelang der größte Risikofaktor für die Branche.
2025 ist seit Langem das deutlichste Signal dafür, dass dieses Ventil offen ist und zuverlässig funktioniert. Die Genehmigungen nahmen nicht nur zahlenmäßig zu, sondern fanden auch zu einem normalen Rhythmus zurück: ein vorhersehbarer monatlicher Turnus statt unberechenbarer Durststrecken. Auch Importe spielen hierbei eine wichtige Rolle. Ausländische Titel waren auf ein Rinnsal zurückgegangen. Dass sich die monatliche Vergabe nun wieder bei etwa neun oder zehn Importgenehmigungen einpendelt, bedeutet, dass die zuvor weitgehend geschlossene Tür wieder offen ist. Allein im Januar 2025 wurden prominente Titel wie Honor of Kings World und Star Resonance freigegeben.
Was das für Entwickler bedeutet
Eine berechenbare Aufsichtsbehörde verändert, was Studios planen können. Wenn realistischerweise mit einer Lizenz innerhalb eines üblichen Zeitrahmens zu rechnen ist, lässt sich ein Projekt freigeben, budgetieren und personell besetzen, ohne das gesamte Unternehmen auf eine bürokratische Lotterie zu setzen. Stabilität am Anfang des Prozesses sorgt dafür, dass alles Weitere reibungslos laufen kann. Die Rekordzahl der Genehmigungen und – noch wichtiger – der gleichmäßige Rhythmus dahinter zeigen, dass der chinesische Inlandsmarkt nach Jahren in defensiver Haltung wieder offensiv plant.
Für den Rest der Welt ist dies die Angebotsseite von allem, was sonst noch in dieser Entwicklung geschieht. Black Myth: Wukong, Marvel Rivals und das Wettrüsten bei KI-Werkzeugen zwischen Tencent, NetEase und miHoYo – all das stützt sich auf einen einheimischen Markt, der zuversichtlich genug ist, um zu investieren. Eine funktionierende Genehmigungspipeline ist die stille Voraussetzung für die aufsehenerregenden Veröffentlichungen.
Für Cinevva sind die regulatorischen Besonderheiten Chinas eine Herausforderung, die dort bewältigt werden muss, doch das Muster ist universell: Kreativität gedeiht dort, wo der Weg zur Veröffentlichung vorhersehbar und offen ist. Unsere Version dieses Ventils ist ein Browser-Link. Es gibt keine Kontrollinstanz, die entscheidet, ob das Spiel eines Creators existieren darf, keine Warteschlange und keine Nummer, auf die man warten muss. Ein anderer Mechanismus, aber dasselbe Prinzip. Die Gesundheit jedes kreativen Ökosystems hängt davon ab, wie zuverlässig ein fertiges Werk sein Publikum erreichen kann. 2025 war das Jahr, in dem sich Chinas Antwort auf diese Frage endlich stabilisierte.
Quellen
- Niko Partners: Chinas NPPA genehmigte 2025 insgesamt 1.771 Videospiele
- Respawn: China genehmigt 2025 insgesamt 1.771 Spiele – höchster Stand seit 2018
- TechNode: China genehmigt im August 173 Spielelizenzen – höchster Monatswert des Jahres 2025
- Game World Observer: China genehmigt im Januar mehr als 130 Spiele, darunter Honor of Kings World