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Südkorea schreibt jetzt Kennzeichnungen für KI-Inhalte in Spielen vor

Südkoreas Rahmengesetz zur Entwicklung künstlicher Intelligenz trat am 26. Januar 2026 in Kraft. Es ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz, und Artikel 36 hat direkte Folgen für Spieleentwickler überall auf der Welt. Sämtliche KI-generierten Inhalte in einem in Korea verkauften Spiel – ob NPC-Dialoge, Charaktergrafiken oder Hintergrundmusik – müssen als „KI-generiert“ gekennzeichnet werden.

Überblick über Südkoreas KI-Rahmengesetz und seinen Geltungsbereich

Was das Gesetz vorschreibt

Artikel 36 schreibt eine „Kennzeichnungspflicht für generative KI“ vor. Spieleentwickler müssen alle mit KI-Werkzeugen erstellten Inhalte durch Wasserzeichen oder Hinweise eindeutig kennzeichnen. Dies gilt für Illustrationen, Sprachaufnahmen, Handlungstexte, Lokalisierungen, Hintergrundmusik, Videosequenzen und Audioeffekte. Auch eine teilweise Nutzung von KI fällt darunter. Wenn ein KI-Werkzeug eine Textur erzeugt hat, die anschließend von einem menschlichen Künstler verfeinert wurde, verlangt das Gesetz weiterhin eine entsprechende Kennzeichnung.

Ziel ist es, das Recht der Nutzer zu schützen, zu erfahren, was von einem Menschen geschaffen wurde und was nicht. Spieleentwickler befürchten jedoch, dass dadurch die Immersion der Spieler gestört wird. NPC-Dialoge in einem Fantasy-Rollenspiel mit dem Hinweis „KI-generiert“ zu versehen, sorgt für ein merkwürdiges Spielerlebnis.

Es gilt auch für ausländische Studios

Das Gesetz enthält extraterritoriale Bestimmungen. Globale Plattformen wie Steam und Epic Games müssen inländische koreanische Vertreter benennen und dieselben Anforderungen wie koreanische Unternehmen erfüllen. Wenn dein Spiel für koreanische Spieler verfügbar ist, fällst du unabhängig vom Standort deines Studios unter das Gesetz.

Bevor Sanktionen verhängt werden, gilt eine einjährige Übergangsfrist. Die Durchsetzung beginnt somit Anfang 2027. Studios, die ihre Spiele in Korea vertreiben, müssen jedoch bereits jetzt mit den erforderlichen Anpassungen beginnen.

„Zuerst erlauben, danach regulieren“

Ein bemerkenswerter Aspekt: Das Gesetz enthält für experimentelle KI-Anwendungen den Grundsatz „Zuerst erlauben, danach regulieren“. Für den Einsatz von KI in der Entwicklung ist keine vorherige Genehmigung erforderlich. Die Regierung verfolgt einen Taskforce-Ansatz und verfeinert ihre Richtlinien anhand von Rückmeldungen aus dem praktischen Einsatz, anstatt zu versuchen, jedes Szenario im Voraus abzudecken.

Steam schränkt seine Offenlegungspflicht für KI ein

Unabhängig davon aktualisierte Valve im Januar 2026 die Steam-Richtlinie zur Offenlegung des KI-Einsatzes. Die Änderung zieht eine deutlichere Grenze zwischen offenzulegenden und nicht offenzulegenden Inhalten. „Von Spielern konsumierte“ Inhalte – also Assets, die mit dem Spiel ausgeliefert oder während des Spielens generiert werden – müssen offengelegt werden. Entwicklungswerkzeuge wie Codeassistenten, Debugging-Software und KI-gestützte Entwicklerwerkzeuge sind ausdrücklich ausgenommen.

Valves Begründung: Effizienzwerkzeuge, die während der Entwicklung eingesetzt werden, verändern nicht, was die Spieler auf dem Bildschirm sehen. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2025 legten rund 8.000 Steam-Spiele den Einsatz von KI offen – achtmal so viele wie die etwa 1.000 Spiele im gesamten Jahr 2024.

Die EU ist als Nächstes dran

Die vollständige Durchsetzung der EU-KI-Verordnung beginnt am 2. August 2026. Die Sanktionen belaufen sich auf bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Die EU-Anforderungen gelten in allen 27 Mitgliedstaaten und schaffen damit einen noch größeren Compliance-Aufwand als in Korea.

Angesichts des koreanischen Gesetzes, der aktualisierten Steam-Regeln und der näher rückenden Frist zur Durchsetzung der EU-Vorgaben ist die Offenlegung des KI-Einsatzes in Spielen von einem Nischenthema der Compliance zu einer betrieblichen Notwendigkeit für jedes Studio mit internationalem Vertrieb geworden.

Quellen