Entlassungswelle in der Spielebranche setzt sich im März 2026 fort
Der März 2026 hat eine weitere Entlassungswelle in der Spielebranche gebracht. Ubisoft hat ein von Tom Clancy mitgegründetes Studio drastisch verkleinert, nDreams schloss zwei VR-Studios und EA baute bei den Teams hinter Battlefield 6 Personal ab – nur wenige Monate nach einem rekordverdächtigen Verkaufsstart. Unterdessen zeichnet eine GDC-Umfrage ein düsteres Bild davon, wie weitreichend die Folgen mittlerweile sind.
Ubisoft Red Storm: 105 Stellen gestrichen
Ubisoft entließ 105 Beschäftigte bei Red Storm Entertainment, dem Studio in North Carolina, das Tom Clancy vor 30 Jahren mitgegründet hatte. Das Studio hat die gesamte Spieleentwicklung eingestellt. Rund 70 Beschäftigte bleiben, um IT-Support und Wartungsarbeiten an der Snowdrop-Engine zu übernehmen.
Die Kürzungen sind Teil von Ubisofts umfassender Umstrukturierung in fünf nach Genres organisierte „Creative Houses“. Die Aktie des Unternehmens hat seit 2021 mehr als 80 % ihres Werts verloren. Ubisoft kündigte an, im Jahr 2026 in mehreren Entlassungsrunden insgesamt 400 Stellen abzubauen. Studios in Leamington, Osaka und Saint-Antoine wurden bereits 2025 geschlossen.
Ubisofts anhaltende Krise erklärt
nDreams: 78 Stellen gefährdet
Der britische VR-Spezialist nDreams kündigte am 5. März an, dass 78 Beschäftigte von Entlassungen bedroht sind. Das Unternehmen schloss seine in Brighton ansässigen Studios Near Light und Compass vollständig. Das umstrukturierte Unternehmen wird sich auf sein Studio Elevation konzentrieren, in dem rund 120 Beschäftigte an noch nicht angekündigten Projekten arbeiten, sowie auf eine kleine XR-Forschungs- und Entwicklungsgruppe.
CEO Tim Gillo verwies auf „unbestreitbare wirtschaftliche Herausforderungen“ im Markt für VR-Spiele. Compass war erst im Februar 2025 gegründet worden und bestand zum Zeitpunkt der Schließung somit kaum länger als ein Jahr.
EA: Stellenabbau bei Battlefield-Studios trotz Rekordstart
Electronic Arts baute bei Criterion, DICE, Ripple Effect und Motive Personal ab – den vier Studios, die gemeinsam an Battlefield 6 arbeiten. EA bezeichnete dies als „Neuausrichtung“. Die Ironie ist kaum zu übersehen: Battlefield 6 war 2025 das meistverkaufte Spiel in den USA und setzte zum Verkaufsstart im Oktober rund 7 Millionen Exemplare ab.
Doch das Spiel konnte seine Spielerschaft nicht halten. Die Zahl der gleichzeitig aktiven Spieler auf Steam sank von einem Höchststand von 747.700 bis zum Zeitpunkt der Entlassungen auf rund 67.000. Beschwerden der Spieler über Monetarisierung, Balancing-Probleme und langsame Inhaltsupdates scheinen das Franchise eingeholt zu haben.
IGN berichtet über die Entlassungen bei den Battlefield-Studios
Die Zahlen der GDC-Umfrage
Für den Bericht „State of the Game Industry 2026“ wurden mehr als 2.300 Fachleute befragt, und die Ergebnisse sind alarmierend. 28 % der Befragten waren in den vergangenen zwei Jahren von einer Entlassung betroffen. Bei Spieleentwicklern in den USA steigt dieser Anteil auf 33 %. Game Designer traf es mit einer Entlassungsquote von 20 % am härtesten.
Von den Entlassenen haben 48 % noch keine neue Arbeit gefunden. Beschäftigte von AAA-Studios waren überproportional betroffen: Zwei Drittel berichteten von Entlassungen, verglichen mit einem Drittel bei Indie-Studios. 74 % der befragten Studierenden äußerten Bedenken hinsichtlich ihrer künftigen Berufsaussichten.
Eine gewerkschaftliche Organisation wird von 82 % der Befragten in den USA unterstützt. Am höchsten war die Zustimmung unter Beschäftigten mit einem Einkommen von weniger als 200.000 US-Dollar (87 %), bereits entlassenen Personen (88 %) und Personen unter 45 Jahren (86 %). Kein einziger Befragter im Alter von 18 bis 24 Jahren sprach sich gegen eine gewerkschaftliche Organisation aus.