GDC 2026 in Zahlen: 30 % weniger Besucher, Unreal überholt Unity, KI spaltet die Entwicklerschaft
Die GDC 2026, die in diesem Jahr in „GDC Festival of Gaming“ umbenannt wurde, zog rund 20.000 Besucher an. Das sind 30 % weniger als im Vorjahr und die niedrigste Besucherzahl seit 2011. Die „State of the Industry“-Umfrage, die auf den Antworten von mehr als 2.300 Fachleuten aus der Spielebranche basiert, zeichnete das Bild einer Branche im Umbruch.
Rückblick auf die GDC 2026: KI, nutzergenerierte Inhalte und die neue Finanzierungsrealität
Unreal überholt Unity
Zum ersten Mal ist die Unreal Engine mit 42 % gegenüber 30 % für Unity die von den Umfrageteilnehmern am häufigsten genutzte Engine. Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung. Unity belegte jahrelang den Spitzenplatz, doch die Folgen der Kontroverse um die Runtime-Gebühr von 2023, anhaltende Entlassungen und der Eindruck, dass Unitys Entwicklungswerkzeuge stagnieren, trugen allesamt zu diesem Wandel bei.
KI: Unternehmen setzen sie ein, Entwickler wehren sich
Die KI-Zahlen zeigen ein gespaltenes Bild. 52 % der Unternehmen nutzen inzwischen generative KI in irgendeinem Teil ihres Workflows. Gleichzeitig sagen jedoch ebenfalls 52 % der Entwickler, dass generative KI die Branche negativ beeinflusst habe – gegenüber 30 % noch vor einem Jahr. Nur 36 % der Entwickler nutzen KI-Werkzeuge persönlich, und lediglich 7 % sehen insgesamt positive Auswirkungen.
Der Konflikt ist eindeutig: Studios sehen Effizienzgewinne, während einzelne Entwickler den Verlust von Arbeitsplätzen und sinkende Qualität befürchten.
Branchenüberblick zu Entlassungen und der Stimmung unter Entwicklern auf der GDC 2026
Entlassungen halten an
28 % der Befragten waren in den vergangenen zwei Jahren von einer Entlassung betroffen. Unter den in den USA ansässigen Entwicklern steigt dieser Anteil auf 33 %. Zwei Drittel der Befragten aus AAA-Studios gaben an, dass ihr Arbeitgeber in den vergangenen zwölf Monaten Entlassungen vorgenommen hat.
Die besorgniserregendste Zahl: 48 % der entlassenen Entwickler haben keine neue Arbeit in der Branche gefunden. Damit verlassen viele erfahrene Fachkräfte das Berufsfeld.
Unterstützung für Gewerkschaften wächst
82 % der in den USA ansässigen Befragten unterstützen gewerkschaftliche Organisierung. Das ist ein starkes und beständiges Signal. Ob sich daraus konkrete Organisierungsaktivitäten in einzelnen Studios ergeben, bleibt abzuwarten, doch diese Haltung ist längst keine Randerscheinung mehr.
Was das bedeutet
Die geringere Besucherzahl ist nicht nur auf gekürzte Reisebudgets zurückzuführen. Sie spiegelt eine breitere Schrumpfung wider. Studios sind kleiner, Teams schlanker und die Zahl der Neueinstellungen ist zurückgegangen. Der Wechsel von Unity zu Unreal deutet darauf hin, dass Entwickler bei der Qualität der Werkzeuge und beim Vertrauen in Unternehmen mit den Füßen abstimmen.
Die Kluft beim Thema KI dürfte zunächst größer werden, bevor sie sich wieder schließt. Unternehmen werden weiterhin KI-Werkzeuge einführen. Entwickler werden sich weiterhin dagegen wehren, insbesondere solange der Arbeitsmarkt angespannt bleibt.