Chrome 146 bringt den WebGPU-Kompatibilitätsmodus für ältere GPUs
Chrome 146 ist mit einer Funktion erschienen, die die Hardwareunterstützung von WebGPU deutlich erweitert: dem Kompatibilitätsmodus. Bisher erforderte WebGPU eine GPU, die Vulkan, Metal oder Direct3D 12 unterstützt. Der Kompatibilitätsmodus hebt diese Voraussetzung auf, indem er stattdessen OpenGL ES 3.1 und Direct3D 11 nutzt.
Einführung von Chrome for Developers in WebGPU, die API, die durch den Kompatibilitätsmodus nun auch auf älterer Hardware verfügbar ist
Funktionsweise
Entwickler aktivieren den Modus, indem sie einen Adapter mit Kompatibilitätsstufe anfordern:
const adapter = await navigator.gpu.requestAdapter({
featureLevel: "compatibility"
});Der zurückgegebene Adapter und das Gerät führen WebGPU anschließend über ältere Grafik-Backends aus. Anwendungen, die bereits mit dem WebGPU-Kernfunktionsumfang funktionieren, laufen ohne Änderungen im Kompatibilitätsmodus, wobei einige fortgeschrittene Funktionen Einschränkungen unterliegen.
Was das in der Praxis bedeutet
Viele Laptops und Mobilgeräte werden noch immer mit GPUs ausgeliefert, die ausschließlich OpenGL ES 3.1 oder Direct3D 11 unterstützen. Diese Geräte waren bisher vollständig von WebGPU ausgeschlossen. Der Kompatibilitätsmodus macht WebGPU nun auch für sie verfügbar.
Google beginnt mit Android und prüft als Nächstes die Unterstützung für ChromeOS und Windows. Das ist wichtig für Webspiele und 3D-Anwendungen, die eine möglichst breite Geräteabdeckung benötigen.
Weitere WebGPU-Neuerungen in Chrome 146
Transiente Anhänge. Das neue Textur-Nutzungsflag TRANSIENT_ATTACHMENT teilt der GPU mit, dass ein Renderziel nur während des Render-Passes existieren muss. Auf kachelbasierten GPUs, wie sie auf Mobilgeräten häufig vorkommen, bleiben die Daten dadurch im schnellen Kachelspeicher und kostspielige Schreibvorgänge in den Hauptspeicher werden vermieden.
WGSL-Erweiterung texture_and_sampler_let. Damit können Texturen und Sampler im Shader-Code let-Variablen zugewiesen werden. Dies schafft die Grundlage für Bindless-Rendering-Muster, bei denen Shader ohne explizite Einträge in Bind-Gruppen auf Texturen zugreifen können.
W3C Candidate Recommendation
Unabhängig davon veröffentlichte das W3C WebGPU am 3. März 2026 als Candidate Recommendation Draft. Dies ist ein wichtiger Meilenstein der Standardisierung. Die GPU for the Web Working Group will die Implementierung jeder Funktion in mindestens zwei veröffentlichten Browsern auf Basis moderner GPU-System-APIs nachweisen, bevor WebGPU den vollständigen Recommendation-Status erhält.
WebGPU ist inzwischen in Chrome, Firefox (unter Windows seit Version 141) und Safari 26 verfügbar. Da der Kompatibilitätsmodus die Hardwareanforderungen senkt und die W3C-Standardisierung voranschreitet, ist WebGPU auf dem besten Weg, zur standardmäßigen Grafik-API für das Web zu werden.